
Die Begegnung Leos des Großen mit Attila
Details
Die Geschichte
Im Jahr 452 hatte der Hunnenkönig Attila bereits die Stadt Aquileia zerstört und zog durch Norditalien, als ihm eine Gesandtschaft aus Rom entgegenritt. Zu ihr gehörte Papst Leo I. Man traf sich im Norden, in der Gegend von Mantua, und bald darauf zog Attila ab. Spätere Erzähler fügten hinzu, über dem Papst seien die Apostel Petrus und Paulus mit gezückten Schwertern am Himmel erschienen, und vor ihnen sei der König zurückgewichen.
Raffael übernahm das Wunder und verlegte den Schauplatz. Bei ihm spielt die Begegnung vor den Toren Roms, und im Hintergrund erkennt man das Kolosseum, einen Aquädukt und einen Obelisken. Links reitet der Papst mit seinen Kardinälen ruhig heran. Rechts geraten Attila und seine Reiter in Aufruhr, als sie die beiden Apostel mit den Schwertern in der Luft entdecken.
Es war das letzte Fresko dieses Raumes, gemalt 1513 und 1514, nach dem Tod Julius' II. Dessen Nachfolger hatte sich den Namen Leo X. gegeben, und Raffael gab dem alten Papst Leo das Gesicht des neuen. Ein zweites Mal taucht Leo X. unter den Reitern auf, als der Kardinal, der er wenige Monate zuvor noch gewesen war.




