
Rembrandt, The Night Watch, 1642. Wikimedia Commons. · PD
Die Nachtwache
Details
Die Geschichte
1642 stand Amsterdam auf dem Höhepunkt seines Wohlstands, mitten im Goldenen Zeitalter, und die Bürgergarden der Stadt, halb Miliz, halb Herrenclub, ließen sich gern gemeinsam porträtieren. Üblich war dabei eine ordentliche Reihe, jeder gut sichtbar, denn jeder hatte für seinen Platz bezahlt. Rembrandt hielt sich nicht daran. Er zeigt die Kompanie des Hauptmanns Frans Banninck Cocq nicht beim Posieren, sondern im Aufbruch, mitten in der Bewegung. Menschen greifen zu den Waffen, eine Fahne wird gehisst, ein Hund bellt, ein Junge rennt durchs Bild. Das Licht fällt hell auf den Hauptmann in Schwarz und den Leutnant in Gelb und auf ein rätselhaftes Mädchen im Hintergrund. Dass man von der Nachtwache spricht, ist übrigens ein Irrtum späterer Zeit. Über die Jahrhunderte dunkelten Firnis und Schmutz das Bild ein, in Wahrheit spielt die Szene am Tag. Ein zweiter Eingriff ist folgenreicher. 1715 hängte man das Bild im Amsterdamer Rathaus um und schnitt es dafür an allen Seiten zurecht, am meisten links. Die abgeschnittenen Streifen sind verloren. Heute hängt es im Rijksmuseum, und ist mit rund 3,6 mal 4,4 Metern noch immer gewaltig.




