
Caspar David Friedrich · PD
Eiche im Schnee
Details
Die Geschichte
Eine kahle Eiche im Winter hat Friedrich immer wieder gemalt, zum ersten Mal 1807 im „Hünengrab im Schnee“, das heute in Dresden hängt. Zwei spätere Fassungen gibt es nicht mehr. Der „Winter“ von 1808 verbrannte 1931 im Münchner Glaspalast, und der „Klosterfriedhof im Schnee“ von 1817 ist ein Kriegsverlust der Nationalgalerie. Das Berliner Bild von 1829 gilt dort als die konzentrierteste Fassung des Motivs. Grab, Friedhof und Ruine fehlen hier, obwohl Friedrich seine Eichen sonst meist mit solchen Orten verband. Seit Ossians Gesängen, die Goethes „Werther“ 1774 in Deutschland bekannt gemacht hatte, war die Eiche ein Baum der Helden, und in den Jahren der Befreiungskriege bekam sie einen patriotischen Klang. Nun steht sie allein im Schnee, halb abgestorben, mit den Resten eines gestürzten, seltsam verkrümmten Stammes zu ihren Füßen. An den unteren Ästen hängt noch braunes Laub, und darüber spannt sich ein kühler, heller Himmel.




