
Théodore Géricault · PD
Der Gipsofen
Details
Die Geschichte
Der Mann, der das riesige, hoffnungslose Floß der Medusa gemalt hatte, schuf gegen Ende seines kurzen Lebens auch dieses kleine, karge Bild. Es zeigt einen Gipsofen am Rand des Montmartre, damals ein Hügel voller Gipsbrüche, die Paris für seinen unaufhörlichen Baubetrieb versorgten. Géricault hatte Geld in einem Kunststein-Geschäft stecken, sodass dieser schmutzige Industriehof an sein eigenes Gewerbe rührte. Nichts Heldenhaftes ist zu sehen: müde Pferde, ein Karren, Haufen von Rohstoff und ein niedriger, rauchender Ofen unter grauem Himmel. Dem gewöhnlichen Motiv gab er denselben festen Ernst wie zuvor dem Schiffbruch und der Schlacht. Géricault starb 1824, mit nur 32 Jahren, aufgerieben nach einem Sturz vom Pferd. Das Bild wurde bei der Versteigerung seines Nachlasses billig verkauft.




