
Gustave Courbet · PD
Der Politiker Emile Ollivier
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Die Geschichte
Nach München kam dieses Bildnis 1912, mit der sogenannten Tschudi-Spende. Zum Gedenken an Hugo von Tschudi, den im Jahr zuvor verstorbenen Direktor der bayerischen Staatsgemäldesammlungen, schenkten Mäzene damals eine ganze Reihe französischer Bilder, dieses hier die Berliner Sammler Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn. Der Dargestellte war um 1860 eine Hoffnung der Opposition. Émile Ollivier, Anwalt aus Marseille und etwa 35 Jahre alt, gehörte zu den „Fünf“, den nur fünf Abgeordneten, die sich im Parlament offen gegen Napoleon III. stellten. Courbet malt ihn ohne jeden Aufwand, als Brustbild vor grauem Grund, mit dunklem Rock und locker gebundener weißer Halsbinde. Zehn Jahre später hatte Ollivier seinen Frieden mit dem Kaiser gemacht. Im Januar 1870 wurde er dessen leitender Minister, und im Juli erklärte er vor der Kammer, er nehme den Krieg gegen Preußen „leichten Herzens“ an. Sieben Wochen später, nach der Niederlage bei Sedan, war das Kaiserreich am Ende.




