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Der Sklavenmarkt
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Die Geschichte
Gérôme malte dieses Bild 1866, auf dem Höhepunkt der französischen Begeisterung für den Orient. Es zeigt einen Sklavenmarkt in einer unbestimmten nordafrikanischen oder nahöstlichen Stadt. Im Zentrum prüft ein Käufer die Zähne einer nackten, zum Verkauf stehenden Frau, so wie man ein Tier begutachtet, während weitere Männer teilnahmslos danebenstehen. Gérôme malte mit glatter, fast fotografischer Genauigkeit, die jede Pinselspur verschwinden lässt. Das Bild ist zwiespältig. Es tadelt scheinbar die fremden Händler und bot dem westlichen Publikum zugleich einen erregenden Frauenakt. Die Kunsthistorikerin Linda Nochlin hat später gezeigt, wie solche Bilder die vermeintliche Fremdheit des Orients ausstellten und das eigene Überlegenheitsgefühl bedienten. Gérôme reiste zwar viel durch Ägypten, einen solchen Markt aber hat er wohl nie gesehen. Das Werk hängt heute im Clark Art Institute.




