
Henri Rousseau · PD
Die schlafende Zigeunerin
Details
Die Geschichte
Henri Rousseau war Zollbeamter in Paris und brachte sich das Malen selbst bei, weshalb man ihn spöttisch den Zöllner nannte. 1897 malte er diese Szene. Eine Frau in gestreiftem Gewand liegt schlafend in einer Wüste, neben sich eine Mandoline und einen Krug, während ein Löwe herantritt und an ihr schnuppert. Am Himmel steht ein runder Mond. Rousseau bot das Bild dem Bürgermeister seiner Heimatstadt Laval zum Kauf an und beschrieb es selbst ganz nüchtern, als handle es sich um eine reale Begebenheit. Der Löwe tut der Schlafenden nichts. Alles ist reglos, flach und klar umrissen, die Farben glatt aufgetragen, jede Falte des Gewandes wie mit dem Lineal gezogen. Die geschulten Maler seiner Zeit hielten das für dilettantisch, doch gerade diese traumhafte Ruhe faszinierte später eine jüngere Generation. Das Bild verschwand nach Rousseaus Tod für Jahre, bis es in den 1920er Jahren wieder auftauchte und heute in New York hängt.




