
Tierarzt Reindl in der Laube
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Die Geschichte
Mitte der 1880er-Jahre steckte Wilhelm Leibl in einer tiefen Schaffenskrise. Die Wildschützen, ein großes Gruppenbild, an dem er von 1881 bis 1886 in Aibling gearbeitet hatte, stießen in Paris, Köln und Berlin auf Gleichgültigkeit, und er zerschnitt die Leinwand. Die Wende kam 1889. In der Berliner Galerie Gurlitt waren 26 seiner Gemälde zu sehen, und auf der Pariser Weltausstellung erhielt er als einziger deutscher Künstler eine Goldmedaille. Das Museum datiert die kleine Tafel um 1890, also in die Zeit gleich nach dieser Erholung. Sie ist kaum 26 Zentimeter hoch, auf Mahagoni gemalt, und zeigt den Tierarzt Reindl mit Hut in einer Gartenlaube beim Zeitunglesen. Seine Figuren setzte der reife Leibl fast immer in die Stube, ins Freie holte er ein Modell nur selten.

