
Michelangelo · PD
Lünette: Usija, Jotam und Ahas
Details
Die Geschichte
Diese Lünette ist schnell gemalt und fast ohne Korrekturen. Die Restauratoren fanden nur eine einzige Änderung, hinter der Frau rechts, wo Michelangelo eine begonnene Form in Schatten verwandelte. Die Farbe ist flüssig und durchscheinend, rasch aufgetragen, und das halb verborgene Kind auf dieser Seite ist so knapp hingesetzt, dass man von einer mit dem Pinsel gemachten Zeichnung gesprochen hat.
Die Tafel nennt drei Könige von Juda, OZIAS, IOATHAM und ACHAZ, also Usija, Jotam und Ahas. Der entspannt sitzende Mann links, im weiten grünen Mantel über gelber Tunika, die violette Haube mit purpurnen Bändern festgebunden, gilt meist als Jotam mit seinem Sohn Ahas. Mit halb geöffneten Lippen blickt er dorthin, wohin der Junge hinter ihm zeigt. Rechts zieht eine Frau mit verhülltem Kopf einen tieforangen Mantel um sich, ernst wie eine antike Statue. Das Kind vor ihr ist kräftig plastisch gebildet, wie die kleinen Genien römischer Sarkophage, und fast dieselbe Haltung hat eine Aktfigur im Hintergrund von Michelangelos Tondo Doni in Florenz. Die Lünette gehört zur ersten Kampagne.




