
Gefäß in Gestalt einer Frau, die ein Kind stillt
Details
Die Geschichte
Eine Frau im Rock hockt am Boden, hält ein Kind und stützt mit einer Hand ihre Brust. Ihr Körper ist das Gefäß, und aus ihrem Scheitel wächst ein schmaler Hals. Die Figur wurde aus Ton geformt, mit Engobe überzogen, rotbraun und schwarz bemalt und poliert, und sie ist nur etwa 17 Zentimeter hoch. Sie entstand früh in der 18. Dynastie, zu Beginn des Neuen Reiches, irgendwann zwischen etwa 1539 und 1425 v. Chr.
Ägyptische Töpfer dieser Zeit fertigten eine kleine Gruppe solcher Gefäße, und die winzige Öffnung lässt an etwas Kostbares denken, das man nur in kleinen Mengen aufbewahrte. Viele Ägyptologen vermuten Muttermilch. Der Papyrus Ebers, ein medizinisches Handbuch, das früh in derselben Dynastie niedergeschrieben wurde, verordnet die Milch einer Frau, die einen Knaben geboren hat. Man sollte sie in einem Krug aufbewahren und für Heilmittel verwenden, und zwar nicht nur für Kinder.
Gesammelt hat das Gefäß Bernardino Drovetti, der französische Generalkonsul in Ägypten, der Altertümer in riesigen Mengen zusammentrug. 1827 kam es in den Louvre, als seine Sammlung für das Museum angekauft wurde.




