
Own work · CC-BY-SA-3.0
Vision des heiligen Franziskus von Assisi
Details
Die Geschichte
Ein Engel hält eine gläserne Phiole mit ganz klarem Wasser hoch, und Franz von Assisi sieht sie an. Das Wasser meint die Reinheit, die von jedem verlangt wird, der Priester werden will. In der Erzählung hält der Heilige sich für unfähig, sie je zu erreichen, verzichtet auf die Weihe und bleibt sein Leben lang Diakon. Im 17. Jahrhundert kam dieses Thema gelegen, denn die katholische Kirche bestand damals nachdrücklich auf der Reinheit ihres Klerus, und es wurde immer wieder gemalt. Ribera legt die übrigen Zeichen der Demut ringsum aus, den Totenschädel, die Geißel auf dem Stein, den groben Wollstoff der Kutte. Die Leinwand entstand zwischen 1636 und 1638, mitten in seiner Reifezeit, die Figuren treten scharf beleuchtet aus dem Halbdunkel. 1747 hing sie im Madrider Palast Buen Retiro, unter Bildern, die aus den erzbischöflichen Häusern dorthin gebracht worden waren.




