
Berthe Morisot · PD
Winter
Details
Die Geschichte
Pelzmütze, weißer Schal, ein paar rote Blüten am Hals und die Hände tief in einem dunklen Muff. So hat Berthe Morisot den Winter dargestellt, als Pariserin ihrer eigenen Zeit. Das Bild hat ein Gegenstück, den „Sommer“, der heute im Musée Fabre in Montpellier hängt, und beide waren im April 1880 in der fünften Ausstellung der Impressionisten zu sehen. Jahreszeiten als elegante Frauen zu zeigen, war ein altes, im 18. Jahrhundert besonders beliebtes Motiv, und die Kritik fühlte sich prompt an Fragonard erinnert. Noch im selben Jahr kaufte Charles Ephrussi das Bild, ein Sammler, der als Kenner der französischen Kunst des 18. Jahrhunderts galt. Kurz darauf malte Édouard Manet, Morisots Schwager, zwei eigene Jahreszeitenfrauen, den „Frühling“ und den „Herbst“. Ob er damit auf sie antwortete, ist nicht belegt. Eine Ausstellung in San Francisco zeigte 2025 alle vier Bilder nebeneinander.




