
Johannes Vermeer · PD
Briefleserin in Blau
Details
Die Geschichte
In der niederländischen Republik des 17. Jahrhunderts waren Männer oft monatelang fort, auf See, im Handel, in fremden Häfen, und ein Brief war die einzige Verbindung. Vermeer malt einen solchen Augenblick des Wartens. Eine junge Frau steht im Morgenlicht und liest, die Lippen leicht geöffnet, das Papier mit beiden Händen gehalten. Hinter ihr hängt eine große Landkarte der niederländischen Provinzen, die den kleinen Raum an eine weite Welt anschließt, aus der die Nachricht wohl kam. Alles ist auf ein kühles Blau gestimmt, für das Vermeer das teure Ultramarin aus gemahlenem Lapislazuli verwendete. Die weite, wattierte Jacke hat viele vermuten lassen, die Frau erwarte ein Kind, doch sicher ist das nicht. Vor ihr auf dem Tisch liegen weitere Blätter, als sei dies nicht der erste Brief gewesen.




