
Edgar Degas · CC-BY-SA-4.0
Bügelnde Frau
Details
Die Geschichte
Im Paris des Zweiten Kaiserreichs war die Wäscherin einer der häufigsten Frauenberufe der Stadt und zugleich eine Figur, über die in Zeitungen und billigen Romanen gern zweideutig geschrieben wurde. Zehntausende arbeiteten in Waschanstalten und Bügelstuben, in feuchter Hitze und sehr langen Schichten.
1869 nahm sich Edgar Degas dieses Motiv zum ersten Mal vor. Zu sehen ist die Arbeit selbst, das Gewicht des Eisens, der Druck der Schultern, die Wäsche, die vor dem Licht durchscheinend wird. Acht Jahre später machte Émile Zola mit dem Roman L'Assommoir die Pariser Wäscherin zu einer bekannten Gestalt der Literatur, in der Malerei war sie 1869 noch ein ungewöhnlicher Gegenstand.
Degas ist bis 1902 immer wieder darauf zurückgekommen, in rund 30 Darstellungen von Wäscherinnen und Büglerinnen. Das Münchner Bild steht am Anfang dieser Reihe.




