
Die Geschichte
Im ersten Obergeschoss des Oldenburger Schlosses liegt ein kleiner Raum, an dessen Wänden 44 Gemälde eines einzigen Malers hängen. Wilhelm Tischbein, bekannt vor allem durch sein Bildnis Goethes in der römischen Campagna, stand seit 1808 im Dienst des Oldenburger Hofes, und 1819 und 1820 malte er diesen Idyllen-Zyklus für das Schloss von Herzog Peter Friedrich Ludwig. Goethe selbst veröffentlichte 1822 Verse und Prosakommentare zu der Folge.
Das Schloss wuchs aus einer mittelalterlichen Burg zur Residenz der Grafen, Herzöge und Großherzöge von Oldenburg heran und beherbergt seit 1923 das Landesmuseum. Seine Prunkräume bewahren das Bild des großherzoglichen Hofes, und die kulturgeschichtliche Sammlung reicht von mittelalterlichen Handschriften und geschnitztem Elfenbein bis zu Jugendstil-Interieurs und Bauhaus-Design.
Zwei weitere Häuser in der Nähe gehören zum Museum. Das Augusteum, 1865 bis 1867 im Stil der italienischen Renaissance als erstes Galeriegebäude der Stadt errichtet, zeigt die Alten Meister: italienische, niederländische und französische Malerei vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Das Prinzenpalais, ein klassizistisches Palais aus den 1820er Jahren, zeigt deutsche Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, von den Impressionisten Liebermann und Corinth über die Brücke-Maler Heckel, Kirchner und Schmidt-Rottluff bis zu einer großen Werkgruppe von Franz Radziwill, der an der nahen Küste in Dangast lebte und malte.
