Die Geschichte
Nikanor Onazkyj, ein Maler, der an der Kunstakademie in Sankt Petersburg bei Ilja Repin studiert hatte, gründete dieses Museum am 1. März 1920, mitten im Bürgerkrieg. Er baute es aus verstaatlichten Privatsammlungen der Region Sumy auf, dazu kamen Bilder von Oskar Hansen, einem Industriellen und Sammler aus Kyjiw, dessen Sammlung sich damals in der Stadt befand. Onazkyj leitete das Museum bis 1933. Im Jahr darauf verhafteten ihn die sowjetischen Behörden, 1937 wurde er erschossen.
Heute füllen die Säle eine zweigeschossige Villa, die um 1900 für die Staatsbank errichtet wurde, und der Bestand umfasst mehr als 10.000 Objekte, von ukrainischer und russischer Malerei bis zu westeuropäischer Kunst und Kunsthandwerk. Zur Sammlung gehören Seestücke von Iwan Aiwasowski, dem auf der Krim geborenen Marinemaler, und Repins kleines Bildnis „Am Klavier“ von 1880, das Sofia Tarnowskaja zeigt. Auch der ukrainische Modernist Oleksandr Bohomasow und der Nationaldichter Taras Schewtschenko, der auch malte, sind vertreten.
Sumy liegt etwa 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Seit 2022 ist ein Teil der Sammlung an sicherere Orte weiter weg von der Front gebracht worden, und Druckwellen russischer Angriffe haben das Dach des Gebäudes beschädigt und die Fenster herausgerissen.
