Die Geschichte
In einem Saal von Schloss Eggenberg am westlichen Stadtrand von Graz zieht ein Heer von Skeletten über eine brennende Landschaft. Der „Triumph des Todes“, 1597 von Jan Brueghel dem Älteren nach der berühmten Komposition seines Vaters Pieter Bruegel gemalt, gehört zu den Bildern, derentwegen man in die Alte Galerie kommt, und er passt zu einer Sammlung, die gern bei der Torheit und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens verweilt.
Die Galerie gehört zum Universalmuseum Joanneum, dem steirischen Landesmuseum, das 1811 von Erzherzog Johann gegründet wurde, einem Habsburger, der sich ganz der Steiermark verschrieben hatte. Ihre Gemälde und Skulpturen zogen 2005 nach Eggenberg, ins barocke Schloss der Fürsten von Eggenberg, und der Kurator Ulrich Becker ordnete sie in Themengruppen unter dem Titel „Das große Welttheater“.
Der Rundgang beginnt im Mittelalter, zwischen gotischen Heiligen und Kreuzigungen, darunter die geschnitzte Admonter Madonna aus dem frühen 14. Jahrhundert, Teil einer der bedeutendsten Mittelaltersammlungen Österreichs. Spätere Räume führen in Renaissance und Barock. Hier hängt „Herkules und die Pygmäen“, um 1535 von Dosso Dossi gemalt, dem Hofmaler der Herzöge von Ferrara, auf dem der riesenhafte Held von einem Schwarm winziger Krieger bedrängt wird.
