
Herri met de Bles
Südliche Niederlande · Nordische Renaissance, Manierismus
Die Geschichte
Herri met de Bles malte die Welt, als sähe man sie von einem hohen Hügel: weite Panoramen blauer Fernen, gewundene Flüsse und winzige Reisende, während das eigentliche Thema — ein Heiliger, eine biblische Geschichte — oft klein in einer Ecke saß. Diese Art Bild, die „Weltlandschaft", hatte in Antwerpen Joachim Patinir begründet, mit dem Bles wohl verwandt war und dessen Manier er fortführte.
Schon sein Beiname sagt, dass man ihn an einer weißen Strähne im Haar erkannte. „Met de Bles" heißt ungefähr „der mit der Strähne". In Italien, wo seine kleinen Tafeln geschätzt und gesammelt wurden, gab man ihm einen anderen Namen, Civetta, „das Käuzchen", weil er gern irgendwo in jede Szene eine kleine Eule setzte, für scharfe Augen zum Finden.
Über sein Leben ist so gut wie nichts überliefert, und kein einziges Bild trägt eine gesicherte Signatur von seiner Hand. Die Eule wurde stattdessen zur Signatur, ein kleines geheimes Zeichen im Laub, das die Suche danach zum Teil des Bildbetrachtens macht.
Werke
6 Werke
Landschaft mit der Predigt Johannes des TäufersHerri met de Bles, 1537
Landschaft mit der Taufe Christi und dem Gang nach EmmausHerri met de Bles
Landschaft mit der Flucht nach ÄgyptenHerri met de Bles, 1540
Landschaft mit dem Gleichnis vom Barmherzigen SamariterHerri met de Bles, 1540
Landschaft mit dem Gang nach EmmausHerri met de Bles, 1537
Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben in einer GebirgslandschaftHerri met de Bles, 1537