
Paul Troger
1698–1762 · Heiliges Römisches Reich · Barock
Die Geschichte
Im Wien der späten 1720er-Jahre gingen die großen Deckenaufträge an zwei etablierte Maler, Johann Michael Rottmayr und Daniel Gran, und für einen Neuankömmling aus Tirol blieb wenig Platz. Paul Troger wandte sich stattdessen den großen Stiften Niederösterreichs zu, die damals prachtvoll umgebaut wurden, und sie beschäftigten ihn den größten Teil seiner Laufbahn.
Der Weg dorthin war weit. 1698 in Welsberg im Pustertal geboren, wurde er um 1722 auf Kosten des Fürstbischofs von Gurk in Kärnten nach Italien geschickt. Er studierte in Venedig, Rom, Neapel und Bologna und lernte am meisten von zwei Malern, von Giambattista Piazzetta in Venedig mit seinem kräftigen Hell-Dunkel und von Francesco Solimena, dem führenden Maler Neapels. Sein erster großer Auftrag, 1728 vollendet, waren das Hochaltarbild und das Kuppelfresko der Kajetanerkirche in Salzburg.
Dann folgten die Stiftsdecken Schlag auf Schlag. Troger malte 1731 den Marmorsaal in Melk, 1733 die Kirchenkuppel in Altenburg und die Bibliothek in Zwettl, 1739 die Decke über der Kaiserstiege von Göttweig, wo Kaiser Karl VI. als Apoll im Sonnenwagen erscheint. Von 1748 bis 1750 freskierte er den Dom von Brixen in seiner Tiroler Heimat, und von 1754 bis 1757 war er Rektor der Wiener Akademie der bildenden Künste. Jüngere Maler wie Martin Knoller und Franz Anton Maulbertsch zählen zu denen, die von ihm lernten. Troger starb 1762 in Wien und wurde in der Schottenkirche beigesetzt, der Kirche des Wiener Benediktinerstifts der Schotten.



