
Stefan Lochner
1451 · Heiliges Römisches Reich · Internationaler Stil
Die Geschichte
In den 1440er Jahren war Köln eine der reichsten Städte nördlich der Alpen, voller mächtiger Zünfte und überragt von einem Dom, an dem schon seit zwei Jahrhunderten gebaut wurde. Der Maler, der zum bedeutendsten der Stadt wurde, Stefan Lochner, stammte aus der Bodenseegegend, weit im Süden, und ließ sich um 1440 in Köln nieder. Er saß im Rat der Malerzunft und kaufte ein Haus nahe dem Markt.
Sein größtes erhaltenes Werk entstand für die Ratskapelle, ein Triptychon der Anbetung der Könige mit den Stadtpatronen auf den Flügeln. Die drei Könige knien vor der Muttergottes in Gewändern aus tiefem Rot und Gold, vor flachem Goldgrund nach alter Art, und doch sind die Gesichter und Hände so nach dem Leben studiert, wie es neu war. Genau das schätzte man in Köln: sanfte Gesichter, edelsteinhafte Farbe und einen sorgfältigen Naturalismus, gehalten in gotischer Eleganz.
Über seine Kunst wurde zu Lebzeiten fast nichts festgehalten, und keine seiner Tafeln ist signiert. Seinen Namen können wir vor allem deshalb mit dem Altar verbinden, weil Albrecht Dürer, der 1520 durch Köln reiste, zwei Münzen zahlte, um sich die Kapelle öffnen zu lassen, und in seinem Tagebuch ein Bild von „Meister Stefan" vermerkte. Lochner starb 1451, wohl in einer der Pestwellen, die die Stadt heimsuchten. 1810 wurde der Altar in den Kölner Dom überführt, wo er noch heute in einer Seitenkapelle steht.
Werke
4 Werke
Muttergottes in der RosenlaubeStefan Lochner, 1440
Flügel des Weltgerichtsaltares: Hll. Antonius, Papst Cornelius und Maria Magdalena mit einem StifterStefan Lochner, 1445
Flügel des Weltgerichtsaltares: Hll. Katharina, Hubertus und Quirinus von Neuss mit StifterStefan Lochner, 1445
Geburt ChristiStefan Lochner, 1445