Wiktor Wasnezow

Wiktor Wasnezow

1848–1926 · Russisches Kaiserreich · Symbolismus


Die Geschichte

1884 beauftragten die Behörden in Kiew, damals Teil des Russischen Reiches und heute Hauptstadt der Ukraine, Viktor Wasnezow, die neu erbaute Wladimir-Kathedrale mit Fresken auszumalen, eine Arbeit, für die er fünf Jahre und fast 400 Vorstudien brauchte. Er war bereits für Szenen aus Märchen und mittelalterlichen Kriegern bekannt, nicht für Kirchenmalerei, und die Kritiker wussten nicht recht, was sie erwarten sollten.

Was er ablieferte, brach mit der Konvention. Statt des flachen, förmlichen Ikonenstils, der damals in den meisten russischen Kirchen üblich war, füllte Wasnezow die Wände mit Heiligen und Fürsten, wiedergegeben mit derselben folkloristischen Erhabenheit wie seine Märchenbilder. Der einflussreiche Kritiker Wladimir Stassow nannte es ein frevlerisches Spiel mit religiösem Gefühl, während ein anderer Kritiker, Dmitri Filossofow, es die erste Brücke über eine alte Kluft zwischen russischer Hochkunst und volkstümlicher Überlieferung nannte.

Dieselbe monumentale volkstümliche Empfindung trug Wasnezow in sein bekanntestes weltliches Gemälde, Die Recken, 1898 vollendet, das drei sagenhafte mittelalterliche Heldenkrieger zu Pferd zeigt, wie sie die Steppe bewachen. Es hing, und hängt noch immer, in der Moskauer Tretjakow-Galerie.

Bald fragst du zu allem nach, was du liest. Trag dich ein.

Werke

6 Werke