
Jean-François Millet · PD
Eine Frau beim Brotbacken
Details
Die Geschichte
Auf dem Land in Frankreich wurde das Brot in den 1850er Jahren zu Hause gebacken, meist einmal in der Woche, in einem gemauerten Ofen, den man stundenlang anheizen musste. Genau diesen Augenblick hielt Millet 1854 fest. Eine Frau steht mit dem Rücken zum Betrachter und schiebt mit einem langen hölzernen Schieber einen Laib in den Ofen. Das einzige kräftige Licht kommt aus der glühenden Ofenöffnung und hebt ihre dunkle Gestalt hervor, die einzige kräftige Farbe ist die rote Schärpe an ihrer Hüfte. Ihr Gesicht bleibt verborgen. So malte Millet arbeitende Menschen oft, die Geste trägt das Bild und nicht die Person, und das schlichte Einschießen des Brotes wird zum ganzen Thema. Heute hängt das Gemälde im Kröller-Müller-Museum in den Niederlanden, das zugleich die weltweit zweitgrößte Sammlung von Werken van Goghs bewahrt, eines Malers, der Millet verehrte und dessen bäuerliche Motive er jahrelang kopierte.




