
Leonardo da Vinci, Adoration of the Magi, 1482. Wikimedia Commons. · PD
Die Anbetung der Könige
Details
Die Geschichte
1481 gaben die Augustinermönche von San Donato außerhalb von Florenz einem noch jungen Maler den größten Auftrag seines bisherigen Lebens. Leonardo, knapp 30 Jahre alt, begann eine Anbetung der Könige, wie sie niemand zuvor gesehen hatte: keinen feierlichen Zug, sondern eine aufgewühlte Menge, die sich um Maria und das Kind drängt, im Hintergrund zerfallende Bauten und sich aufbäumende Pferde. Dann, ein Jahr später, packte er und zog nach Mailand, um dem Herzog Ludovico Sforza zu dienen. Die Tafel blieb, wo sie war, für immer unvollendet. Gerade deshalb sieht man hier, wie Leonardo dachte. Der ganze Grund ist nur mit brauner Erde untermalt, die Figuren tauchen als Schatten aus dem Dunkel auf, viele Gesichter sind kaum mehr als eine Andeutung. Man blickt gewissermaßen in die Werkstatt hinein, bevor die Farbe kam. Eine mehrjährige Untersuchung, die 2017 abgeschlossen wurde, hat unter der Oberfläche zahllose Vorzeichnungen freigelegt, darunter Kämpfe und Tiere, die im fertigen Bild nie erschienen wären.





