
Leonardo da Vinci, Ginevra de' Benci, 1476. Wikimedia Commons. · PD
Ginevra de' Benci
Details
Die Geschichte
Florenz, um 1474. Leonardo ist kaum über 20 und arbeitet noch in der Werkstatt Verrocchios, als er das Bildnis einer jungen Frau aus einer der reichsten Bankiersfamilien der Stadt malt. Ginevra de' Benci steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Tuchhändler Luigi Niccolini. Hinter ihrem blassen Gesicht spreizt sich ein dunkler Wacholderbusch, auf Italienisch ginepro, ein leises Wortspiel auf ihren Vornamen. Sie blickt an uns vorbei, kühl und ein wenig abweisend, und Leonardo modelliert ihre Haut so weich, dass man den Weg von Verrocchios harter Werkstattmanier zu etwas ganz Neuem schon ahnt. Die Tafel ist unten beschnitten worden. Ursprünglich reichte sie tiefer und zeigte wohl auch ihre Hände. Auf der Rückseite hat Leonardo ein Emblem gemalt, einen Kranz aus Lorbeer und Palme um einen Wacholderzweig, mit dem Spruch Virtutem forma decorat, Schönheit schmückt die Tugend. Darunter fand man mit Infrarot den verborgenen Wahlspruch des venezianischen Gesandten Bernardo Bembo, der Ginevra verehrte. Es ist das einzige Gemälde Leonardos in einer amerikanischen Sammlung, seit die National Gallery of Art es 1967 erwarb.




