
Leonardo da Vinci, Lady with an Ermine, 1490. Wikimedia Commons. · PD
Dame mit dem Hermelin
Details
Die Geschichte
Um 1490 arbeitete Leonardo da Vinci in Mailand am Hof des Herzogs Ludovico Sforza. Dieses Bildnis zeigt eine junge Frau, mit ziemlicher Sicherheit Cecilia Gallerani, die Geliebte des Herzogs, damals erst etwa 16 Jahre alt. Auf ihrem Arm hält sie ein weißes Hermelin, ein kleines Marderwesen mit langem Hals. Das Tier ist kein bloßes Schmuckstück. Das Hermelin galt als Sinnbild der Reinheit, und im Griechischen klingt sein Name an den Beinamen des Herzogs an, der Mitglied im Hermelinorden war. So verweist das Tier zugleich auf die Frau und auf ihren fürstlichen Liebhaber. Neu für die Zeit ist die Lebendigkeit. Cecilia sitzt nicht steif im Profil, wie es üblich war, sondern wendet den Kopf, als habe sie eben etwas gehört, und das Hermelin dreht sich in dieselbe Richtung. Ihre schmale Hand liegt fein auf dem Fell. Das Bild gehört heute dem Czartoryski-Museum in Krakau und überstand die Wirren des Zweiten Weltkriegs, in dem es geraubt und wieder zurückgeholt wurde.




