
Allegorie der fünf Sinne
Details
Die Geschichte
1686 verzeichnete ein Inventar der Sammlung Barberini ein Querformat mit mehreren Bildnissen, einer spielt, einer singt, einer würfelt, einer trinkt und einer betrügt seinen Gefährten, von der Hand des Mattia Calabrese. Gemeint ist dieses Bild, über dreieinhalb Meter breit und zwischen dem Anfang und der Mitte der 1640er Jahre entstanden. Es wirkt wie eine volle Schenke, ganz der Musik, dem Wein und dem Spiel hingegeben, und jede Gruppe steht für einen der fünf Sinne. Rechts aber blickt einer aus dem Bild heraus und macht nicht mit. Das Museum erkennt in ihm den antiken Philosophen Demokrit, der über die Welt lachte, und hinter ihm Heraklit, der über sie weinte, als Mahnung, das Treiben der Welt aus der Distanz zu betrachten. Demokrit zeigt die fünf Finger seiner offenen Hand. Jahrelang hing das Gemälde in den Räumen des Offizierskasinos der Streitkräfte, das seinen Sitz im Palast hat, und 2016 ging es an die Galerie über. Eine Restaurierung für eine Ausstellung im Jahr 2019 bestätigte, was der Forscher Maurizio Marini schon 2003 vermutet hatte, nämlich dass zwei Maler daran gearbeitet haben. Der Kurator Yuri Primarosa wies die Figuren der Mitte, darunter ein Selbstbildnis als Sinnbild des Sehens, Mattias älterem Bruder Gregorio zu, in dessen römischer Werkstatt Mattia gelernt hatte, die meisten Figuren an den Seiten dagegen Mattia selbst. Im Verzeichnis des Museums steht das Bild unter Mattias Namen.




