
Nicolas Poussin · PD
Bacchanal-Szene
Details
Die Geschichte
1806 besetzten Napoleons Truppen Hessen-Kassel, und im Jahr darauf wurde das Land ein Königreich für seinen jüngeren Bruder Jérôme. Die Gemäldegalerie, die die Landgrafen aufgebaut hatten, galt als eine der reichsten in Deutschland, und fast 300 Bilder gingen nach Paris. Dieser Poussin hing dort im Musée Napoléon, dem Louvre unter kaiserlichem Namen. Zurück kam er erst im Dezember 1815, und einer derer, die in Paris um die Rückgabe verhandelten, war Jacob Grimm, der in Kassel als Bibliothekar gearbeitet hatte. Landgraf Wilhelm VIII. hatte das Bild vor 1749 gekauft, und alt war es damals schon. Poussin malte es in den 1620er Jahren in Rom, in seinen Dreißigern, als er sich an Tizians Bacchanalen abarbeitete und kleine Mythologien für eine Handvoll römischer Sammler schuf. Wer die beiden Figuren sind, ist nie geklärt worden, meist liest man sie als Satyr und Nymphe.




