
Gustav Klimt · PD
Schloss Kammer am Attersee IV
Details
Die Geschichte
Wer genau hinsieht, erkennt unter dem Gelb der Fassade die Vorzeichnung. Fensterläden und Zierrahmen, mit Bleistift oder schwarzer Kreide angelegt, scheinen durch die dünne Farbschicht hindurch. Von Schloss Kammer ist nur ein Stück des südlichen Seitentrakts mit dem Tor zu sehen, darunter der See, der die untere Hälfte des quadratischen Bildes füllt. Die Datierungen in der Literatur schwanken zwischen 1909 und 1910. Das Belvedere in Wien, das selbst weitere Ansichten des Schlosses besitzt, spricht sich inzwischen für den Sommer 1909 aus, auch wegen eines Briefes. Gegen Ende August 1910 schrieb Klimt vom Attersee an den befreundeten Sammler Fritz Waerndorfer, er arbeite „fleißiger denn je“, aber „immer Stoclet und Stoclet“, und habe noch keine einzige Landschaft begonnen. Gemeint war der Mosaikfries für das Brüsseler Palais des Bankiers Adolphe Stoclet. Belegt ist, dass die Galerie Miethke in Wien das Bild im November 1911 verkaufte, kurz nachdem Klimt es abgeliefert hatte.




