
Die Vertreibung der Händler aus dem Tempel
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Die Geschichte
Caravaggio hat die Tempelreinigung nie gemalt, und doch steckt dieses Bild voller Caravaggio. Der Junge, der ganz rechts mit offenem Mund davonläuft, stammt von dem schreienden Kind im Martyrium des heiligen Matthäus in San Luigi dei Francesi, der Kirche der Franzosen in Rom. Der Mann, der links rücklings zu Boden geworfen ist, erinnert an den vom Pferd gestürzten Saulus in der Bekehrung des Paulus in Santa Maria del Popolo. Valentin malte die Leinwand zwischen etwa 1618 und 1622, in seinen frühen römischen Jahren, und mit mehr als zweieinhalb Metern Breite gehört sie zum Ehrgeizigsten, was er damals wagte.
Andere Maler im Gefolge Caravaggios hatten das Thema schon vor ihm aufgegriffen, Cecco del Caravaggio um 1610 und Bartolomeo Manfredi wenige Jahre später. Valentin drängt das Geschehen ganz nach vorn. Christus steht in einem großen Dreieck aus Schatten, sein Gesicht zeigt weder Zorn noch Gewalt, während die Händler vor ihm durcheinanderstürzen und einer mit erhobenem Arm den Schlag erwartet. Später kehrte Valentin zu dem Thema zurück, und diese zweite Fassung, auf 1627 oder 1628 datiert, befindet sich in der Eremitage in Sankt Petersburg.




