
Dornenkrönung Christi
Details
Die Geschichte
Wer um 1615 als junger Maler aus Frankreich, den Niederlanden oder Deutschland nach Rom kam, lernte Caravaggios Art meist aus zweiter Hand, und das Vorbild, an das sich viele hielten, war der Lombarde Bartolomeo Manfredi. Joachim von Sandrart, deutscher Maler und Kunstschriftsteller, der in den 1630er Jahren in Rom arbeitete, gab dieser Malweise später einen Namen, die Manfrediana methodus. Valentin de Boulogne malte die Dornenkrönung um 1616 oder 1617, und er hatte sich diese Methode so gründlich angeeignet, dass das Bild einst als Werk Manfredis galt. Das Museum zählt auf, was beide verbindet. Den dunklen Hintergrund, das gezielt eingesetzte Licht, die naturalistische Schilderung des Oberkörpers Christi und die Fantasiekostüme der Schergen. Erzählt wird der Moment vor dem Gang nach Golgatha. Soldaten verspotten und quälen Jesus und drücken ihm die Dornenkrone auf das Haupt, und zwischen den drängenden Männern erduldet er still sein Leid. Die Leinwand ist fast zweieinhalb Meter breit, und das Museum zählt sie heute zu Valentins wichtigsten Gemälden.




