
Emma im schwarz bedruckten Kleid
Details
Die Geschichte
Im Herbst 1917 zeigte das Metropolitan Museum in New York eine Gedächtnisausstellung für Thomas Eakins, den Porträtmaler aus Philadelphia, der im Jahr zuvor gestorben war. Sie brachte George Bellows dazu, ernstere, gewichtigere Bildnisse zu malen. Zwei Sommer später, in Middletown im Bundesstaat Rhode Island, porträtierte er seine Frau Emma zweimal, und dies ist eines der beiden Bilder.
Eakins hatte seine Modelle gern in altmodische Kleider gesteckt. Bellows zog Emma ein schwarz bedrucktes Kleid mit enger Taille, spitz zulaufendem Mieder und weitem Rock an, die Mode der 1860er Jahre, damals ein halbes Jahrhundert alt. Sie sitzt vor dunklem Grund in kräftigem Licht von links. Darunter liegt eine Geometrie nach Jay Hambidge, einem in Kanada geborenen Künstler, dessen Proportionslehre, die dynamische Symmetrie, Bellows 1917 übernommen hatte.
Das zweite Bildnis jenes Sommers, Emma im purpurnen Kleid, befindet sich heute in Los Angeles. Dieses hier kaufte 1923 der Bostoner Sammler John T. Spaulding für 3.000 Dollar, und mit seinem Vermächtnis kam es 1948 ins Museum.




