
Leonardo da Vinci, The Virgin and Child with Saint Anne, 1511. Wikimedia Commons. · PD
Anna selbdritt
Details
Die Geschichte
Leonardo begann diese Tafel um 1503 und arbeitete jahrelang immer wieder daran, ohne sie je ganz zu vollenden. Als er 1516 dem Ruf des französischen Königs Franz I. folgte und über die Alpen nach Amboise zog, hatte er das Bild bei sich, zusammen mit der Mona Lisa. Bis zu seinem Tod 1519 legte er letzte Hand an, und doch blieben Teile, etwa das blaue Gewand Marias, nur untermalt. Das Motiv heißt in der deutschen Kunstgeschichte Anna selbdritt, die heilige Anna, ihre Tochter Maria und das Christuskind in einer einzigen Figurengruppe. Leonardo staffelt drei Generationen zu einer Pyramide, Anna hält Maria fast auf dem Schoß, während Maria sich nach dem Kind beugt, das ein Lamm umfasst. Das Lamm ist ein Vorzeichen der späteren Kreuzigung, und Maria greift nach dem Tier, als wolle sie den Sohn davon zurückhalten und könne es doch nicht. Zahlreiche Vorzeichnungen und ein großer Karton in London zeigen, wie lange Leonardo mit dieser Verschränkung der Körper rang.




