
Idealisiertes Bildnis der Königin Isabella I. von Kastilien (?)
Details
Die Geschichte
Drei Namen hat man dieser jungen Frau schon gegeben, und das Museum setzt hinter den jüngsten noch immer ein Fragezeichen. 1915 hielt der Kunsthistoriker Max J. Friedländer sie für Katharina von Aragón, die Tochter der Katholischen Könige, die als Braut nach England geschickt wurde, gemalt um 1500. Später schlug der Forscher Paul Matthews Maria Tudor vor, die Schwester Heinrichs VIII., gemalt um 1514, als über ihre Heirat verhandelt wurde. Unter diesem Namen führt das Museum das Bild auf seiner deutschen Seite bis heute.
Inzwischen bietet das Kunsthistorische Museum eine dritte Deutung an, ein idealisiertes Bildnis Isabellas I. von Kastilien um 1503, kurz vor ihrem Tod. Das würde erklären, warum das Gesicht so viel jünger ist, als die Königin damals war. Die Hinweise auf der Tafel entscheiden die Frage nicht. Im Halsband steckt ein K, am Brustbein ein C, und das Mieder ist mit Jakobsmuscheln gesäumt, dem Zeichen des heiligen Jakobus, des Schutzpatrons Spaniens. Die kleine Eichentafel kam aus der Sammlung von Schloss Ambras in Tirol nach Wien.

