
Innerer Sarg des Mentuirdis
Details
Die Geschichte
Eine Hälfte dieses Gesichts ist schwarz verkohlt. Die andere trägt noch ihre Bemalung, die rötliche Haut, das schwarz umrandete Auge, die gestreifte Perücke. Wie es zu dem Brand kam, sagt die Beschreibung des Museums nicht.
Gefunden wurde der Sarg im Tal der Königinnen, im Grab des Prinzen Chaemwaset, dessen eigener Sarkophagdeckel ebenfalls in Turin ist. Lange nach dem Prinzen bestatteten thebanische Familien der 25. und 26. Dynastie dort ihre Toten, und Schiaparellis Grabung fand das Grab voller Särge. Mentuirdis trug den Titel „Lotosblumengärtner im Tempel des Amun“, wie Männer einer anderen dort bestatteten Familie auch. Sein Ensemble ist das vollständigste der ganzen Gruppe: Erhalten sind der Kasten des äußeren Sargs und beide Teile des mittleren und des inneren. So lassen sich die wichtigsten Dekorationsschemata der Zeit nebeneinander betrachten.
Außen ist dieser innere Sarg in kleine gerahmte Bildfelder gegliedert. Innen zeigt der Deckel die Göttin des Westens, die die Toten empfing, der Kasten den Djed-Pfeiler, das Zeichen des Osiris für dauerhafte Wiedergeburt. Das Museum datiert den Sarg in die 25. oder 26. Dynastie, zwischen 722 und 525 v. Chr.




