
Didier Descouens · CC-BY-SA-4.0
Judith II
Details
Die Geschichte
Um 1900 kreiste die Wiener Kunst um die Femme fatale, die Frau, in der Verführung und Tod zusammenfallen, und Gustav Klimt kam immer wieder auf sie zurück. 1909 griff er das Thema der Judith ein zweites Mal auf, acht Jahre nach der ersten Fassung. Judith hatte den Feldherrn Holofernes verführt und enthauptet, um ihr Volk zu retten. Hier zeigt Klimt sie im strengen Profil, den Körper vorgebeugt, scharf zur Seite gewandt, die Finger wie Krallen gespreizt. Am unteren Rand des schmalen, fast pfeilerhaften Bildes taucht der Kopf des Getöteten auf. Weil das Motiv so verstört, nennt man das Werk oft Salome, obwohl Klimt Judith meinte. 1910 erwarb es die Galerie Ca' Pesaro in Venedig, gleich nach der Biennale.




