
Jean-François Millet · PD
Mütterliche Vorsicht
Details
Die Geschichte
Der Titel ist taktvoll gewählt. Auf der Schwelle eines Steinhauses, zwei Stufen über dem Hof, beugt sich eine Bäuerin über ihr kleines Kind und hält ihm das Kleidchen hoch, damit es draußen sein Geschäft verrichten kann. Ein älteres Mädchen mit Haube lehnt am Türpfosten und schaut zu. An der rechten Wand stehen ein Spaten und ein Sieb, und das Kind hat sein Körbchen auf den Boden fallen lassen. Millet war 1849 mit Catherine Lemaire nach Barbizon gezogen, das Paar bekam neun Kinder. Neben der Feldarbeit malte er immer wieder diese kleinen Handgriffe des Alltags mit den Jüngsten. Der Louvre datiert die Tafel ins dritte Viertel des Jahrhunderts. Sie ist 29 Zentimeter hoch, und 2016 zeigte sie das Musée Marmottan Monet in Paris in einer Ausstellung über das Kind in der französischen Malerei.




