
Eugène Delacroix · PD
Medea
Details
Die Geschichte
Delacroix zeigte diese Leinwand im Pariser Salon von 1838, und das Publikum war befremdet. Ein Stoff aus der altgriechischen Tragödie, behandelt mit rohem, gegenwärtigem Gefühl. Medea, von ihrem Mann Jason verraten, hat ihre zwei kleinen Söhne in eine dunkle Felsspalte gezerrt und den Dolch gehoben, und sie blickt über die Schulter zurück, ob jemand kommt. Der eine Junge windet sich in ihrem Griff, der andere vergräbt sich in ihren Röcken. Delacroix ließ die Gruppe mit Absicht im Schatten, das Gesicht der Mutter halb im Dunkeln, um das Grauen im Augenblick vor der Tat festzuhalten und den Mord nicht zu zeigen. Es war jene hohe Erregung, die die jungen Romantiker wollten und der das klassische Lager misstraute. Der französische Staat kaufte das Bild, es kam an das Museum von Lille, wo Delacroix' Medea noch heute über zwei Meter hoch aufragt.




