
Alexej von Jawlensky · PD
Murnauer Landschaft
Details
Die Geschichte
Rechts unten, neben der Signatur und der Jahreszahl 09, hat Jawlensky ein paar Farbtupfer stehen lassen, die zu nichts im Bild gehören. Das Lenbachhaus liest diese Farbproben als Zeichen dafür, dass das Bild eine eigene Wirklichkeit hat, eine andere als die des unmittelbaren Eindrucks in Murnau. Der Rest der Landschaft bestätigt das. Zwischen den Dingen und ihren Schatten, zwischen Himmel und Erde macht die Farbe keinen Unterschied mehr, und die Töne stehen sich in unversöhnlichen Paaren gegenüber, ein künstlich leuchtendes Violett neben Gelb, Grün neben Orange, dazu das Zinnoberrot einer Baumfigur im Hintergrund und ein türkisblauer Hügelzug. Für die kantigen, verzerrten Formen hat man Einflüsse des französischen Kubismus nachgewiesen, vor allem Henri Le Fauconniers, eines Pariser Malers, der seine Flächen wiederum an Gauguin und Émile Bernard geschult hatte. 1910 lud die Neue Künstlervereinigung München, zu der Jawlensky gehörte, Le Fauconnier als Gast zu ihrer zweiten Ausstellung ein.




