
Ophelia inmitten der Blumen
Details
Die Geschichte
Ophelia, die ertrunkene junge Frau aus Shakespeares „Hamlet“, ist hier kaum mehr als ein Hauch. Unten rechts taucht ihr blasses Profil mit geschlossenen Augen auf, und ob sie schläft oder schon tot ist, bleibt offen. Den Rest des Blattes füllen Blumen, die in einem leuchtenden Raum schweben, Rot, Blau und Grün, von raschen schwarzen Konturen gefasst. Redon zeichnete das Pastell um 1905 bis 1908, in Jahren, in denen er mehrmals auf Ophelia zurückkam. Ein halbes Jahrhundert zuvor hatte der Engländer John Everett Millais dieselbe Figur gemalt, mit Pflanzen am Ufer, die man botanisch bestimmen kann. Bei Redon bleibt davon nichts. Die flache, dekorative Anordnung erinnert eher an japanische Farbholzschnitte. Die National Gallery erwarb das Blatt 1977 mit Unterstützung des Art Fund, einer gemeinnützigen Organisation, die Museen beim Ankauf hilft.




