
Jean-François Millet · PD
Bäuerin tränkt ihre Kuh, Abend
Details
Die Geschichte
1866 boten die Pariser Kunsthändler Paul Durand-Ruel und Hector Brame Millet 30.000 Francs im Jahr, wenn er ihnen alles überließe, was er malte. Er lehnte ab. Durand-Ruel kaufte trotzdem, und allein 1872 gab er fast 400.000 Francs für Bilder von Millet aus. Diese Leinwand, entstanden 1873 oder 1874, ging direkt aus dem Atelier an ihn. Da ging der Aufschwung schon zu Ende. Eine Wirtschaftskrise in Frankreich brachte den Händler in Geldnot, und binnen weniger Jahre verkaufte er das Bild an einen Pariser Sammler namens Laurent-Richard weiter. Als dessen Sammlung im Mai 1878 versteigert wurde, drei Jahre nach Millets Tod, brachte es 15.500 Francs, etwa die Hälfte dessen, was man dem Maler einst für ein ganzes Arbeitsjahr geboten hatte. Zu sehen ist die Abenddämmerung an einem Teich. Eine Frau in einem Kapuzenumhang steht am Ufer, stützt sich auf einen Stock und hält die Kuh am Strick, während das Tier ins Wasser tritt und den Kopf zum Trinken senkt. Über dem dunklen Hügelkamm klart der Himmel blassgelb auf, und oben rechts steht eine schmale Mondsichel.




