
Bildnis der Elisabeth Bellinghausen
Details
Die Geschichte
Die Zöpfe, die unter der perlenbesetzten Haube hervorschauen, verraten ihren Stand. Verheiratete Frauen trugen sie verborgen, Elisabeth Bellinghausen war also noch Braut, als Bartholomäus Bruyn der Ältere sie 1538 oder 1539 malte. Auch der Zweig in ihrer Hand, Bittersüßer Nachtschatten, steht in Kölner Bildnissen für Verlobte. Die Tafel war einst mit dem Porträt ihres Bräutigams verbunden, des Juristen Jakob Omphalius, zu einem Diptychon mit Scharnieren. Die steinerne Brüstung unter ihrer Hand läuft in seinem Bild weiter. 1896 wurde das Paar in London versteigert und getrennt. Elisabeth kam 1912 ins Rijksmuseum, von ihm fehlte jede Spur, bis er im Mai 2019 bei einem kleinen Pariser Auktionshaus als unbekannter Mann auftauchte. Im Jahr darauf erwarb das Mauritshuis sein Bildnis.




