
Vanitas-Stillleben
Details
Die Geschichte
Dieser Schädel ist die Rückseite eines Bildnisses. Bruyn malte ihn 1524 auf die Kehrseite seines Porträts der Margaretha von Mochau, und er zählt zu den frühesten eigenständigen Stillleben der europäischen Malerei, entstanden zu einer Zeit, als ein Bild aus bloßen Dingen, ohne Heiligen und ohne Geschichte, kaum denkbar war. Auf einem Sims liegt der Schädel neben einer verlöschenden Kerze, deren Rauch noch aufsteigt, und ein Streifen Pergament trägt eine lateinische Zeile: omnia morte cadunt, mors ultima linia rerum. Alles fällt mit dem Tod, der Tod ist die letzte Grenze aller Dinge. Die Worte stammen vom römischen Dichter Horaz. Wer die Tafel öffnete, sah zuerst das lebende Gesicht und beim Wenden dies, eine in das Objekt selbst gebaute Mahnung, dass die Dargestellte nicht bleiben würde. Die Kerze ist eben erst gelöscht worden.




