
Gustav Klimt · PD
Bildnis Gertrud Löw
Details
Die Geschichte
Oben links setzen Klimts Signet und ein kleines Ornament ein paar grüne Farbakzente. Der Klimt-Forscher Alfred Weidinger hat sie, zusammen mit dem auffallend schmalen Hochformat, mit japanischen Farbholzschnitten in Verbindung gebracht, die damals viele Wiener Künstler faszinierten. Das Bild entstand 1902 im Auftrag des Arztes Anton Loew, der in Wien ein großes Privatsanatorium führte, und zeigt seine 19-jährige Tochter Gertrud in einem hellen, fast durchsichtigen Kleid. Als Klimt es Ende 1903 in seiner großen Kollektivausstellung in der Secession zeigte, hieß es nur „Bildnis eines jungen Mädchens“. Der Kritiker Ludwig Hevesi lobte die vier blasslila Seidenstreifen, die sich durch den zarten Stoff schlängeln. Bis 1939 hing das Porträt im Eingangsbereich des Familienhauses. Dann beschlagnahmten die Nationalsozialisten das Haus, und Gertrud, inzwischen verwitwet, verließ Wien. Um 1941 gelangte das Bild zu Klimts Sohn, dem Filmregisseur Gustav Ucicky. Erst 2014 einigte sich die von seiner Witwe gegründete Klimt-Foundation mit Gertruds Erben, und im Jahr darauf wurde das Gemälde in London versteigert.




