
Frans Hals · PD
Bildnis des Jasper Schade van Westrum
Details
Die Geschichte
Am 7. August 1645 schrieb ein Onkel dem jungen Jasper Schade in Utrecht einen mahnenden Brief. Es ging um die Rechnungen seines Schneiders. Ein einziger Anzug sollte 300 Francs kosten, etwa drei Viertel dessen, was ein erfahrener Handwerker im Jahr verdiente. Im selben Jahr ließ sich der 22-Jährige aus einer Utrechter Patrizierfamilie von Frans Hals malen, und er trägt genau das, was den Onkel beunruhigt haben dürfte. Ein Wams aus schwarz-goldenem Brokat mit geschlitzten Ärmeln, dazu ein schräg aufgesetzter Hut mit goldfarbener Schleife. Hals malte den Brokat in schnellen, lockeren Strichen, nass in nass. Anfang der 1650er-Jahre ließ Schade bei Utrecht den Landsitz Zandbergen bauen, und das Bildnis kam über die Tür des Salons. Dort blieb es mehr als zwei Jahrhunderte, auch als das Haus neunmal den Besitzer wechselte. Es hieß, das Haus würde einstürzen, wenn man das Bild abnähme. Seit 1890 gehört es nach Prag, ein Geschenk des Fürsten Johann II. von Liechtenstein an die dortige Gemäldegalerie.




