
Édouard Manet · PD
Porträt von Marcellin Desboutin
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Die Geschichte
Als Manet ihn 1875 malte, war Marcellin Desboutin gerade dabei, sich neu zu erfinden. Der Spross einer Adelsfamilie hatte rund 18 Jahre in einer Villa in Florenz gelebt und Versdramen geschrieben, von denen eines 1870 an der Comédie-Française aufgeführt wurde. 1872 kehrte er nach Paris zurück, offenbar mit aufgezehrtem Vermögen. Nun verlegte er sich auf die Kaltnadelradierung, eine Technik, die seit Rembrandt kaum noch jemand pflegte, und machte sich mit radierten Bildnissen einen Namen. Manet zeigt ihn in ganzer Figur, mit zerbeultem Zylinder und einem kleinen Beutel in den Händen, dessen Bedeutung bis heute umstritten ist. Zu seinen Füßen trinkt ein großer Windhund. Die Salonjury lehnte das Bild 1876 ab, und Manet zeigte es daraufhin in seinem eigenen Atelier. Seit 1958 gehört es dem Kunstmuseum von São Paulo.




