
Gustav Klimt · PD
Bildnis Marie Henneberg
Details
Die Geschichte
Es gibt eine Aufnahme von 1903, erschienen in der Wiener Zeitschrift „Das Interieur“. Sie zeigt die Halle der Villa Henneberg, einen Kamin aus Paonazzetto-Marmor, Eisen und vergoldetem Messing, und darüber dieses Bildnis. Für genau diesen Platz war es gemalt. Josef Hoffmann hatte zwischen 1900 und 1902 auf der Hohen Warte am Nordrand Wiens eine kleine Künstlerkolonie errichtet, in der Bau und Einrichtung einem einzigen Gestaltungsprinzip folgten. Bauherr dieser Villa war Hugo Henneberg, promovierter Physiker und ein Pionier der künstlerischen Fotografie, bekannt für seine Gummidrucke. Klimt malte seine Frau Marie 1901 und 1902 und zeigte das Bild zuerst in der Wiener Secession, in der Nähe von Hugos Fotografien. Gesicht und Hände sind genau ausgeführt, Sessel und Hintergrund verschwimmen zu einer einzigen Farbfläche. Ihren Stand verraten das kostbare Rüschenkleid, zwei Armbänder, Ohrringe, eine Brosche und angesteckte Veilchen. In den 1920er-Jahren verkaufte Marie Henneberg das Gemälde an den Leipziger Juristen und Verleger Max Kuhn. Seit 1966 hing es als Leihgabe in der Moritzburg in Halle, 1979 erwarb es das Museum.




