
Relief mit tanzenden Chariten
Details
Die Geschichte
Um 570 bis 560 v. Chr., so datiert die Forschung, weihte jemand auf der Insel Paros dieses kleine Relief einer Dreiheit von Göttinnen. Paros wurde damals reich durch seinen Marmor, einen feinen weißen Stein, den Bildhauer in ganz Griechenland begehrten. Drei Frauen tanzen hier. Die Führer des Museums nennen sie seit Langem die Chariten, Göttinnen der Anmut und des festlichen Glanzes, stets mit einem vorsichtigen „etwa“, denn keine Inschrift nennt ihre Namen.
Auf Paros hatten die Chariten einen eigenen Kult. Ein griechisches Mythenhandbuch aus viel späterer Zeit erzählt, König Minos von Kreta habe ihnen dort gerade geopfert, als ihn die Nachricht vom Tod seines Sohnes erreichte. Er warf den Kranz ab, ließ die Flöte verstummen und brachte das Opfer dennoch zu Ende. Seitdem, so schließt die Geschichte, opfere man auf Paros den Chariten ohne Flöten und ohne Kränze.
Erhalten ist nur der obere Teil der Platte, auf Hüfthöhe der Tänzerinnen abgebrochen, die Oberfläche stark verrieben. Nach München kam sie 1821 mit der Sammlung Carl Haller von Hallersteins, eines Architekten, der in Griechenland für den bayerischen Kronprinzen tätig gewesen und dort 1817 gestorben war.




