
Der heilige Franziskus in Meditation
Details
Die Geschichte
Franziskus kniet allein in einem leeren, dunklen Raum. Außer einem Felsbrocken, an dem das Kreuz lehnt, ist nichts da, und sein Blick ruht auf einem Totenschädel, den er in den Händen hält, beinahe zärtlich. Das Museum sieht darin einen Nachklang des betenden Christus am Ölberg, nur tritt an die Stelle des Kelchs, des Zeichens seines Leidens, der Schädel. Das passt zu Franziskus, der nach der Überlieferung als Erster die Wundmale Christi empfing. Das Museum datiert das Bild um 1606. Es stammt aus der Kirche San Pietro in Carpineto Romano, einem Bergstädtchen südöstlich von Rom, die Kardinal Pietro Aldobrandini, ein Neffe des verstorbenen Papstes Clemens VIII., 1609 gegründet hatte. Eine fast gleiche Fassung hängt in der Kapuzinerkirche Santa Maria della Concezione in Rom, und manche Forscher hielten lange jene für das Original. Im Jahr 2000 wurden beide Bilder parallel restauriert. Die Röntgenaufnahmen zeigten in dieser Figur deutliche Pentimenti, also Änderungen während des Malens, wie sie für eine erste Fassung typisch sind, in der anderen keine. Darauf stützt das Museum seine Sicht, hier das eigenhändige Bild Caravaggios zu besitzen und bei den Kapuzinern eine Kopie von hoher Qualität. Ganz entschieden ist die Frage in der Forschung allerdings nicht.




