
Triptychon der heiligen Wilgefortis
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Die Geschichte
Im Alpenraum kennt man sie als heilige Kümmernis. Die Legende erzählt von einer Königstochter, die ihr heidnischer Vater mit einem fremden Herrscher verheiraten wollte. Sie betete um Rettung, ihr wuchs über Nacht ein Bart, und der Vater ließ sie kreuzigen. In Flandern verehrte man sie als Wilgefortis, und als solche deutet die Gallerie dell'Accademia heute Boschs gekrönte Gekreuzigte. Lange hatte man in ihr Julia von Korsika gesehen. Erst bei der jüngsten Restaurierung trat auf ihrem Gesicht ein zarter Flaum hervor. Zu ihren Füßen ist ein vornehm gekleideter junger Mann rücklings zusammengebrochen, nach der Lesart des Museums der verschmähte Bräutigam. Das Triptychon gehörte einst dem venezianischen Kardinal Domenico Grimani. 1838 brachte man es unter österreichischer Herrschaft nach Wien, und erst 1919, nach dem Ersten Weltkrieg, kehrte es nach Venedig zurück.





