
Der gefesselte Simson
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Die Geschichte
Im Jahr 1650 beschrieb Iacomo Manilli, der Verwalter der Villa Borghese, diesen Akt als Werk von Sebastiano del Piombo, jenem Venezianer, der in Rom an der Seite Michelangelos gearbeitet hatte. 1678 schrieb der Bologneser Biograf Carlo Cesare Malvasia das Bild Annibale Carracci zu, doch das Familieninventar von 1693 führte es als Tizian. Erst 1928 bestätigte Roberto Longhi die Urheberschaft Annibales, und Denis Mahon setzte die Entstehung um 1594 an. Die Geschichte stammt aus dem Buch der Richter. Simson hat sich von den Männern Judas fesseln lassen, die ihn den Philistern ausliefern sollen, und wartet in der Höhle von Etam, die Arme auf den Rücken gebunden, den Kopf im Schatten gesenkt. Zu seinen Füßen liegt der Eselskinnbacken, mit dem er seine Feinde erschlagen wird. Die schwere, reglose Haltung erinnert an Michelangelos Sklaven. Das Gemälde hängt im Saal des David, benannt nach Berninis Marmorstatue.




